Malala Yousafzai

Malala Yousafzai

Malala Yousafzai ist die jüngste Nobelpreisträgerin aller Zeiten. Sie bekam den Preis für ihren Kampf um das Recht auf Bildung.

Die in Mingora im pakistanischen Swat-Tal geborene Malala Yousafzai ist eine junge Frau, die sich seit ihrer frühesten Kindheit für das Recht auf kostenlose und umfassende Bildung für Mädchen und junge Frauen einsetzt. Malalas Vater, Ziauddin Yousafzai, ist selbst Aktivist, Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Malala Fund und Autor der Biografie seiner Tochter, Let Her Fly (erschienen bei Penguin, 2019).

Die Geschichte von Malala Yousafzai

Im Jahr 2012 überlebte Malala Yousafzai ein Attentat. Ein militanter Extremist, Ehsanullah Ehsan, schoss ihr in den Kopf, als sie in einen Schulbus stieg. Der Anschlag wurde sofort von den Taliban bestätigt, die sie als Symbol für den Kampf um Bildung beseitigen wollten. Nach dem tragischen Ereignis wurde Yousafzai im Vereinigten Königreich medizinisch versorgt, wo sie blieb, um ihr Studium fortzusetzen.

Im Jahr 2013 hielt Yousafzai eine Rede auf der Jugendversammlung der Vereinten Nationen in New York, in der sie über die kontroverse Situation der Frauenrechte in ihrem Land sprach. Die Veranstaltung erregte dank des Internets und des Interesses der internationalen Medien große internationale Aufmerksamkeit. In ihrer Rede erklärte Yousafzai, dass Bildung die einzige Lösung zur Bekämpfung der Ungleichheit sei.

Im selben Jahr wurde das erste Buch über die Lebensgeschichte der jungen Aktivistin – I Am Malala – veröffentlicht, das von Yousafzai selbst und Christina Lamb, einer internationalen Journalistin und Pakistan- und Afghanistan-Expertin, gemeinsam geschrieben wurde.

Friedensnobelpreis

FriedensnobelpreisIm Jahr 2014 erhielt Yousafzai den Friedensnobelpreis an der Seite des indischen Kinderrechtsaktivisten Kailash Satyarthi. Mit 14 Jahren war Malala Yousafzai die jüngste Nobelpreisträgerin aller Zeiten, aber sie war sich bereits über ihre Lebensziele im Klaren. Sie äußerte den Wunsch, Premierministerin ihres Landes zu werden, um das Ziel zu erreichen, allen Kindern das Recht auf Bildung zu gewähren.

Im Anschluss an diese Veranstaltung verlieh der pakistanische Premierminister Malala Yousafzai den ersten Nationalen Friedenspreis, eine eigens ihr zu Ehren geschaffene Auszeichnung, die mit einem Scheck im Wert von rund 4.000 Euro verbunden ist. Bei dieser und anderen Gelegenheiten bekräftigte Yousafzai ihren Willen, eine politische Partei zu gründen und sich für eine bessere Zukunft der jungen Frauen in ihrer Region einzusetzen.

Etwa zur gleichen Zeit erklärte der Sprecher der Taliban, nachdem er sich zu dem Anschlag im Jahr 2012 bekannt hatte, Malala Yousafzai sei für „Obszönitäten“ verantwortlich gewesen, die „gestoppt“ werden müssten. Die junge Frau, die Opfer dieser Anschuldigungen war, wurde bald zu einer der bekanntesten und prominentesten Bürgerrechtsaktivistinnen der Welt.

Malala Yousafzai erneut bedroht

Kürzlich wurde Yousafzai erneut von den Taliban bedroht, dieses Mal in den sozialen Medien.

Es handelte sich um die Botschaft des extremistischen Kämpfers Ehsanullah Ehsan in einem Tweet. Er hatte Malala im Jahr 2012 angeschossen und schwer verletzt. Das soziale Netzwerk entfernte daraufhin den Account, der die Drohung gepostet hatte.

Die Affäre veranlasste Yousafzai, sowohl von der pakistanischen Armee als auch von Premierminister Imran Khan Erklärungen dafür zu verlangen, wie Ehsan dem Gewahrsam der Regierung entkommen konnte. Der Jihadist war 2017 verhaftet worden, doch im Januar 2020 gelang ihm die Flucht aus einem Gebäude, in dem er vom pakistanischen Geheimdienst festgehalten wurde. Die Umstände seiner Flucht sind geheimnisumwittert und Gegenstand von Kontroversen.

Nach seiner Flucht konnte Ehsan mit pakistanischen Journalisten über das gleiche Twitter-Konto kommunizieren und interviewt werden, das nun gesperrt wurde.

Trotz dieses schwerwiegenden Vorfalls hat die Aktivistin beschlossen, ihren Kampf fortzusetzen. Am 25. Februar traf sie sich mit der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg, einer Freundin und Mitstreiterin im internationalen Kampf für Gerechtigkeit. Dieses Mal sprachen sie vorwiegend über die Klimakrise.

Malala Yousafzais Leben, das dem Kampf für Bürgerrechte, Bildung und Frauenrechte gewidmet ist, scheint einen kurvenreichen Weg zu nehmen, der von Erfolgen, internationaler Anerkennung und starken, mutigen Taten geprägt ist. Dies führt jedoch auch zu gewalttätigen Reaktionen der Taliban-Gruppen, die sich ihr entgegenstellen.

Trotzdem scheut sich Yousafzai nicht, die Wahrheit zu sagen und für Gerechtigkeit zu kämpfen.